KFM-Sonder-Telegramm zu Anlegerfragen

in den letzten Tagen erreichten uns zahlreiche Anrufe von Anlegern, die sich wegen der aktuellen Entwicklungen besorgt zeigen. Wir wollen Ihnen – getreu unseren Unternehmenswerten Sicherheit – Rendite – Transparenz - mit diesem KFM-Sondertelegramm einen Einblick in die aktuelle Lage und einen Ausblick in die kommende Entwicklung geben. Eines schon vorweg: Es ist längst nicht alles so schlecht wie vermutet werden könnte.

Die vergangenen Tage waren an den Börsen sehr turbulent. Die Corona-Krise führte teilweise zu irrationalen Handlungen und die gescheiterten Verhandlungen des Ölkartells der OPEC-Staaten haben die Preise für Rohöl dramatisch einbrechen lassen. Panikartige Hamstereinkäufe in den Supermärkten und Ausverkaufsstimmung an Aktien und Anleihenmärkten quittieren die starke Verunsicherung von Verbrauchern und Anlegern. In den meisten Medien wird eine „Weltuntergangstimmung“ verbreitet.

Nachfolgende positive Aspekte werden leider unter den Teppich gekehrt:

  • Die Realwirtschaft durchlebt eine digitale Transformation, was die Investitionstätigkeit erhöht, die Geschäftsaussichten beflügelt und insgesamt die wirtschaftliche Dynamik stimuliert.
  • Das billige Öl spielt den traditionellen Chemie-, Pharma-, Automobil-, Maschinenbau- und Stahlkonzernen in die Karten. Ihre Stückkosten fallen.
  • Die Lokomotiven der Weltwirtschaft präsentieren sich in vitalem Zustand. Apple, Google-Mutter Alphabet, Microsoft und auch die weltweite Autoindustrie erwirtschaftete – trotz des Umbaus von Verbrennungsmotor auf Elektroantrieb – Milliardengewinne. Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren Reserven aufgebaut, die jetzt als Puffer herangezogen werden können.
  • Nach der Zinssenkung in den USA wartet nun die EZB morgen auf ihren Einsatz. Mit einer weiteren Geldspritze sollen die europäischen Volkswirtschaften gegen den Corona-Schock immunisiert werden.

Unsere Analysten haben die Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der mittelständischen Unternehmen und den Anleihen im Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS untersucht. In den folgenden Abschnitten haben wir für Sie die Antworten auf Ihre Fragen zusammengetragen.

Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf das Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS?

Den Kursverlusten der letzten Tage konnten sich auch mittelständischen Anleihen nicht entziehen. Viele Gründe sind hierbei allerdings technischer Natur. Zum einen befindet sich der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS mit Anleihen für kleine und mittlere Unternehmen in einem Nischensegment. Der Handel ist hier nicht so liquide wie bei großen Unternehmen und die Spreads (Differenz zwischen dem Geld- und dem Briefkurs) sind in der Regel wesentlich höher. Dies führt bei Verkaufsdruck zu irrationalen Kursbewertungen. Zum anderen löst der automatisierte Computerhandel an markttechnisch wichtigen Punkten weitere Dominoeffekte aus. Diese Faktoren führen unserer Meinung nach zu unrealistischen Bewertungen, die nicht dem eigentlich Wert der Anleihen entsprechen. Trotz aktuell widriger Umstände sind die Kursverluste des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS noch weit entfernt von denen des deutschen Aktienmarktes.

Welche Auswirkungen hat der Ölpreisverfall auf das Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS?

Der Ölpreisverfall hat so gut wie keinen direkten Einfluss auf das Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS, lediglich ein Emittent ist vom Ölpreisverfall direkt betroffen. Dabei handelt es sich um die Anleihe der Deutsche Rohstoff AG. Die Deutsche Rohstoff AG hat zudem vor Kurzem bekannt gegeben, dass sie das Öl-Fördervolumen für das 1. Quartal 2020 zu ca. 80% bereits abgesichert hatte, so dass das Risiko begrenzt ist. Umgekehrt profitieren insbesondere die produzierenden Unternehmen von niedrigen Öl- bzw. Energiepreisen.

Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf den deutschen Mittelstand im Vergleich zur Großindustrie?

Mittelständler sind tendenziell viel stärker auf den deutschen und europäischen Binnenmarkt konzentriert als große Unternehmen und können sich daher in vielen Bereichen von den aktuellen Sorgen im Zusammenhang mit globalen Wertschöpfungsketten absetzen. Viele Bereiche des deutschen Mittelstandes sind zudem aufgrund ihrer spezifischen Geschäftsmodelle (z.B. im Immobilienbereich oder im Bereich der Energieeinsparung für Industrieunternehmen) relativ immun gegenüber den aktuellen Entwicklungen. In diesen Bereichen ist der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS engagiert.

Der deutsche Mittelstand zeichnet sich zudem immer schon durch ein hohes Maß an Flexibilität aus. Mittelständler können sich etwa in Bezug auf die Anpassung von Lieferketten und die Verlagerung von Produktionskapazitäten aus China zurück nach Europa wesentlich schneller auf neue Marktgegebenheiten einstellen als große Unternehmen. Sie sind sozusagen als „Schnellboot“ unterwegs und nicht als „Tanker“ wie große Industrieunternehmen. Die von uns fokussierten „Hidden Champions“ besetzen mit ihren Geschäftsmodellen in der Regel sehr margenstarke Nischen, was bei der finanziellen Bewältigung der derzeitigen Situation äußerst wertvoll ist.

Diese Vorteile spiegelt auch das jüngste KfW-ifo-Mittelstandsbarometer wider, das dem deutschen Mittelstand per Ende Februar eine große Robustheit attestiert.

Wie werden solche Sondersituationen im KFM-Scoring berücksichtigt?

Das KFM-Scoring ist ein langjährig etabliertes Verfahren zur Prüfung aussichtsreicher Unternehmensanleihen. Das KFM-Scoring hat neben quantitativen Bilanzkennzahlen stets die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells des Anleihe-Emittenten im Blick. Das KFM-Scoring beweist gerade in Sondersituationen wie diesen seine Stärke, indem wir uns durch qualitative Parameter gegen mögliche Risiken der Globalisierung absichern. Zu diesen qualitativen Faktoren gehört u.a. auch die Marktstellung des Unternehmens innerhalb der Branche. Großenteils gehören die Mittelstandsunternehmen in dem Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS zu den Marktführen in Deutschland bzw. Europa, teilweise sogar zu Weltmarktführern. Diese so genannten „Hidden Champions“ haben i.d.R. ein margenstarkes Geschäft, welches die Zins- und Tilgungsfähigkeit unterstreicht. Ohnehin wird bei der Auswahl der Unternehmen auf deren Kreditwürdigkeit und Bonität großes Augenmerk gelegt. Ebenso wird die Fähigkeit zur Anschlussfinanzierung bereits bei Erwerb der Anleihe beurteilt. Wichtige Kennzahlen wie beispielsweise „Free Cashflow“ und „Zinsdeckungsgrad“ untermauern unser Urteil. Mit einer aktuellen durchschnittlichen Restlaufzeit von 3,5 Jahren investiert der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS tendenziell in kurzlaufende Anleihen, hierdurch wird das Prognoserisiko minimiert. Generell kann man festhalten, dass durch diese Vorgehensweise das Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS nur geringen zyklischen Gefahren ausgesetzt ist. Die relativ hohe Immobilienquote besitzt hierbei eine weitere konservative Komponente.

Wie reagiert das Asset Management jetzt?

Die aktuelle Portfoliozusammensetzung des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS, basierend auf unserem bewährten Analyseverfahren KFM-Scoring, zeigt sich auch in diesen turbulenten Zeiten als gut positioniert. Jetzt gilt es, die in den vergangenen Monaten aus Sicherheitsgründen aufgebauten und bisher als stabilisierend wirkenden Barreserven des Fonds und die Mittelzuflüsse selektiv einzusetzen und die

  1. Preisabschläge in einigen bonitätsstarken Titeln und
  2. die vorherrschend irrationale Situation zu nutzen,

um das Portfolio durch gezielte Nachkäufe auch für die Zukunft weiter zu stärken.

Was bedeutet das für die Ausschüttung?

Die mit dem KFM-Scoring sorgfältig ausgewählten und überwachten Anleihen mittelständischer Unternehmen im Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS haben bereits im Jahr 2019 die Ausschüttung erwirtschaftet, die am 24.03.2020 mit 2,15 Euro je Fondsanteil vorgenommen wird. In den ersten zweieinhalb Monaten des laufenden Geschäftsjahres wurde ein ordentlicher Nettoertrag von 0,47 Euro je Anteilsschein erwirtschaftet. Der aktuelle durchschnittliche Zinskupon aller Anleihen im Portfolio in Höhe von 6,42% p.a. bildet eine komfortable Grundlage für die geplante Ausschüttung von 2,15 Euro für 2020 und die Ausschüttungen in den kommenden Jahren. 

Welche Chancen und Risiken ergeben sich für den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS und seine Anleger?

Aktuell ist schwer abzuschätzen, wie lange die Corona-Krise die Welt weiterhin in Atem halten wird. Auch der Streit zwischen Russland und den OPEC-Staaten könnte sich noch eine Weile hinziehen und den Ölpreis weiter fallen lassen. Die allgemeine Verunsicherung der Investoren zeigt sich durch die „Flucht“ in die vermeintlich sicheren Häfen Gold und Staatsanleihen, die ebenfalls irrationale Kursbewegungen zeigen.

Jede Krise bietet auch ihre Chancen für diejenigen, welche diesen rational, mit offenen Augen und gewissenhaftem Handeln begegnen. Wir finden daher aufgrund dieser irrationalen Verkaufswelle wieder sehr attraktive Renditen in unverändert hochwertigen Titeln am Markt vor. Diese gilt es nun durch gezielte Aufstockungen für den Fonds und damit zum Vorteil der Anleger zu nutzen. Historisch folgten auf solche Sondersituationen, wie wir sie aktuell sehen, immer deutliche Kursaufschwünge und so fanden Preise, welche nicht aufgrund unternehmensspezifischer Ursachen sanken, stets nach dem Abklingen eines exogenen Schocks wieder mindestens auf das Vorkrisen-Niveau zurück.

Bereits in der Vergangenheit hat das Management des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS solche Sondersituation zum Vorteil der Anleger genutzt, indem besonnen attraktive Kursniveaus genutzt wurden, um bonitäts- und renditestarke Anleihen aufzustocken oder neu in das Portfolio aufzunehmen. In dem obenstehenden Chart zeigt sich, dass der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS gegenüber dem DAX eine deutlich geringere Volatilität (Schwankungsbreite) aufweist und nach Schwächephasen - auch durch die gezielten (Nach-) Käufe – kontinuierliche Steigerungen zeigen konnte.