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Investments im Fokus

 

4finance S.A. (WKN A181ZP): flexibel in der Covid-19 Krise; Rückgang der Kreditvergabe

Das Fintech-Unternehmen 4finance ist einer der größten und am schnellsten wachsenden Anbieter von mobilen und Online-Verbraucherkrediten in Europa mit 2,3 Millionen Kunden und Niederlassungen in 16 Ländern weltweit.

4finance hat seit seiner Gründung im Jahr 2008 bis heute Kredite in Höhe von mehr als sieben Milliarden Euro vergeben und verfügt über ein innovatives, datengesteuertes Analysemodell zur Bonitätsprüfung und -überwachung. Die durchschnittliche Höhe der gewährten Verbraucherkredite beträgt 350 Euro. Neben Verbraucherkrediten mit einmaliger Rückzahlung und kurzer Laufzeit werden ausgewählten Kunden in ausgewählten Märkten auch Ratenkredite bis 3.000 Euro sowie Kreditlinien bis 500 Euro angeboten.

4finance ist derzeit unter anderem in Dänemark, Polen und Spanien tätig und erzielt in diesen drei Ländern fast 60% seiner Zinseinnahmen.

Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS ist seit der Emission im Mai 2016 in der 4finance-Anleihe investiert.

Als verantwortungsbewusster Darlehensgeber hat die Gruppe eine Reihe von Optionen eingeführt, um Kunden zu unterstützen, deren Pläne durch die aktuelle Coronavirus-Pandemie gestört wurden. Dazu gehört unter anderem das Anbieten von reduzierten oder kostenlosen Zahlungsaufschüben von in der Regel einem bis drei Monaten. Im Gegenzug wurden für neue Kreditvergaben die Kriterien verschärft. In mehreren Ländern gibt es Notfall-Regulierungen, bei denen Mikrokredite nunmehr auch Berücksichtigung finden. Operativ hat der Konzern seine Geschäftstätigkeit schnell an die Arbeit von zu Hause aus angepasst und konnte seinen Kunden einen kontinuierlichen Service bieten. 

Der Konzern hat ab Mitte März Auswirkungen auf das Emissionsvolumen neuer Kredite festgestellt, was zum einen auf die geringere Nachfrage der Kunden und zum anderen auf die Verschärfung der Kreditvergabe-Kriterien zurückzuführen ist. Dies ist angesichts des derzeitigen Stillstands in der Weltwirtschaft nachvollziehbar. Im Vergleich zu den Durchschnittswerten für Januar und Februar 2020 ging die Kreditvergabe im März im Online-Geschäft um 11% und in der TBI Bank um 12% zurück. Die größten Auswirkungen waren bisher in Spanien und bei der Offline-Kreditvergabe zu verzeichnen.

Laut vorläufigen Geschäftszahlen generierte 4finance im letzten Geschäftsjahr knapp 424 Mio. Euro an Zinseinnahmen, was zwar einem Rückgang um 11% entspricht, allerdings konnten im Gegenzug die operativen Kosten gar um 12% gesenkt werden. Der Gewinn nach Steuern legte um 6% auf 28,2 Mio. Euro zu. Aktuell verfügt das Unternehmen mit über 80 Mio. Euro über ausreichende Barreserven und das, obwohl zu Beginn des Jahres eigene Anleihen im Wert von knapp 20 Mio. Euro zurückgezahlt wurden. Das Unternehmen sieht in der aktuellen Situation zudem die Chance, nach der Krise seine Marktführerstellung in den Kernländern weiter zu festigen.

Da es sich bei der Anleihe der 4finance S.A. um einen Wert aus dem Liquiditäts-Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS handelt, werden von der KFM Deutsche Mittelstand AG dazu keine KFM-Barometer veröffentlicht. Die Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG gehen nach aktuellem Stand davon aus, dass aufgrund der stabilen Geschäftsentwicklung und der robusten Liquiditätsreserven die Zins- und Tilgungszahlungen der Anleihe gesichert sind.