KFM-Sonder-Telegramm

Investments im Fokus

 

Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH (WKN A2GSNF, A2NBR8 und A255DF): Vorbereitung des Produktionsneustart an beiden europäischen Standorten, während Produktion in China voraussichtlich Ende April 2020 wieder die Gewinnschwelle erreichen wird, Konzernumsatz und -ergebnis für 2019 um 4% angestiegen nach vorläufigen Zahlen

Die NZWL ist ein international tätiger Produzent von Motoren- und Getriebeteilen – vom Einzelteil bis zum kompletten Getriebe – und blickt auf mehr als 110 Jahre Erfahrung im Getriebebau zurück. Das Unternehmen hat eigene Fertigungsstandorte in Deutschland (Leipzig) und der Slowakei (Sučany). Das Produktspektrum umfasst Synchronisierungen, Einzelteile und Baugruppen sowie Getriebe. Über 70% der Umsatzerlöse werden im Bereich Synchronisierungen erzielt. Um die hohe Nachfrage nach Synchronisierungssätzen von Doppelkupplungsgetrieben zu bedienen, betreibt die Schwestergesellschaft NZWL International eine weitere Produktionsstätte in China (Tianjin). Der Großkunde Volkswagen hat mit der NZWL-Gruppe hierzu eine langfristige strategische Zusammenarbeit vereinbart. Die Serienproduktion in China begann Anfang 2016. Im Jahr 2017 erhielt NZWL in seinem chinesischen Werk einen ersten Großserienauftrag eines chinesischen OEM zur Lieferung von Synchronisierungen. NZWL ist es damit schneller als erwartet gelungen, den Zugang zum chinesischen Markt und eine stark gestiegene sehr gute Kapazitätsauslastung des Werkes in China zu erreichen.

Die NZWL steht derzeit im engen Austausch mit führenden OEMs (Original Equipment Manufacturer), um einen gemeinsamen reibungslosen Neu-Start der Produktion sicherzustellen. Die Bevorratung und die Bestände an den Standorten in Leipzig und Sučany, Slowakei, wurden bereits auf den Neu-Start ausgerichtet, der im Idealfall Ende April 2020 erfolgen könnte. Bis dahin nutzt NZWL die von der Bundesregierung verabschiedeten Maßnahmen, zu denen u. a. die erleichterten Regelungen zur Kurzarbeit gehören.

Parallel ist die Produktion des Schwester-Konzerns in China bereits Anfang März 2020 wieder angelaufen. Die Abnahmemengen der dortigen OEMs zeigen eine deutlich steigende Tendenz. Der chinesische Automobilhersteller Great Wall hat sein Abrufvolumen bereits über die ursprünglich vereinbarte Menge hinaus gesteigert. Mit der schon jetzt erreichten Auslastung operiert die chinesische Gesellschaft nahe dem Break-even Point, der voraussichtlich im April 2020 schon wieder erreicht wird. Eine weitere Erhöhung der Produktions- und Absatzmengen soll kontinuierlich und in enger Abstimmung mit den Kunden erfolgen.

Auf Basis vorläufiger Zahlen erzielte NZWL im Geschäftsjahr 2019 einen Konzernumsatz von ca. 111 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahreswert von 107 Mio. Euro entspricht dies einem Wachstum von ca. 4%, das damit innerhalb der prognostizierten Spanne lag. Der vorläufige Konzernjahresüberschuss erreichte ca. 1,2 Mio. Euro (2018: 1,1 Mio. Euro). Darin sind Kosten in Höhe von 0,5 Mio. Euro aus dem erfolgreich durchgeführten Anleiheumtausch enthalten. Bereinigt um diese zusätzlichen Kosten, die in der ursprünglichen Planung noch nicht berücksichtigt waren, lag der erwirtschaftete Konzernjahresüberschuss innerhalb der prognostizierten Bandbreite.

In China konnte das Umsatz- und Ergebnisniveau des Vorjahres übertroffen werden. Der Umsatz des Schwester-Konzerns NZWL International stieg im Geschäftsjahr 2019 um ca. 10% von 42 Mio. Euro auf ca. 46 Mio. Euro und das Ergebnis vor Steuern (EBT) um ca. 9% von 3,5 Mio. Euro auf ca. 3,8 Mio. Euro.

Die kürzlichen Erfahrungen, die die NZWL in China gemeinsam mit deren Kunden gesammelt hat, sind bestimmt vorteilhaft, mit der Situation in Europa noch besser und zielgerichteter umzugehen. Kostenstrukturen wurden bzw. werden angepasst. Zum Schutze aller Mitarbeiter und ihrer Familien wurden beide europäischen Werke bis zur Vorbereitung des voraussichtlichen Neustarts geschlossen. Aufgrund der ausgezeichneten Positionierung im Markt und der Stellung als Single-Source-Lieferant in vielen Bereichen ist NZWL weiterhin gut aufgestellt, um die aktuellen Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

In ihren KFM-Mittelstandsanleihen-Barometern vom 04.02.2020 hatte die KFM Deutsche Mittelstand AG die 7,25%-NZWL-Anleihe mit Laufzeit bis 2023 (WKN A2GSNF), die 6,50%-Anleihe mit Laufzeit bis 2024 (WKN A2NBR8) und die 6,50%-Anleihe mit Laufzeit bis 2025 (WKN A255DF) jeweils mit 4 von 5 möglichen Sternen bewertet. Diese Einschätzung hat weiterhin Bestand.