KFM-Sonder-Telegramm

Investments im Fokus

 

Ekosem-Agrar AG (WKN A2YNR0): Als national agierender Lebensmittelproduzent ohne ausländische Absatzmärkte aktuell mit weitgehend normalem Geschäft

Die Ekosem-Agrar AG mit Sitz im badischen Walldorf ist die deutsche Holdinggesellschaft der EkoNiva Gruppe, einem der größten russischen Agrarunternehmen. Mit einem Bestand von derzeit ca. 190.000 Rindern in der Milchproduktion (davon rund 100.000 Milchkühe) und einer Milchleistung von ca. 2.500 Tonnen Rohmilch pro Tag ist die Gesellschaft größter Milchproduzent des Landes. Die Gruppe kontrolliert eine landwirtschaftliche Nutzfläche von rund 600.000 Hektar (mehr als 45% im Eigentum) und zählt darüber hinaus zu den führenden Saatgutherstellern Russlands. Die Unternehmensgruppe ist mit rund 14.000 Mitarbeitern in neun Regionen in Russland vertreten.

Aktuell fokussiert sich EkoNiva auf die Verbreiterung ihrer Produktpalette und möchte neben den herkömmlichen Milch-Endprodukten auch Käse und andere höherwertige Produkte wie Quark, Trinkjoghurt und Desserts für den russischen Markt und den Export produzieren. Hier hat die Gesellschaft den asiatischen Markt im Blick. In China gibt es bereits umfangreiche Aktivitäten zum Aufbau der Vertriebsinfrastruktur. Auch der Geschäftsbereich Ökologische Landwirtschaft wird sukzessive ausgebaut.

Für die Fleischproduktion werden vor allem Angus-Rinder gezüchtet; die Jungbullen aus der Mutterkuhhaltung werden i.d.R. nach sechs bis neun Monaten an Rindermäster verkauft. Daneben hat sich die Gruppe auf die Produktion und Züchtung von Saatgut spezialisiert. Hier besitzt die Gruppe staatliche Sortenlizenzen. Im Jahr 2018 wurden ca. 30.000 Tonnen Saatgut verkauft.

Das starke Wachstum der letzten Jahre ist vor dem Hintergrund der demnächst auslaufenden Subventionspraxis für Milchkühe zu verstehen. Nach Beendigung der Subventionen ist geplant, auf dem erreichten hohen Niveau zu konsolidieren und im Anschluss verstärkt von dem Ausbau der Nahrungsmittelproduktion (Milchprodukte) zu profitieren. Bei der bisher erreichten Größenordnung sind auch höhere Skaleneffekte zu erzielen.

Die europäischen Sanktionen gegen Russland betreffen die Gesellschaft nicht, da sich diese nur auf bestimmte Branchen bzw. Regionen beziehen. Große Ketten wie Globus oder Metro mit ihren russischen Niederlassungen haben sich zu bedeutenden Abnehmern der EkoNiva-Milchprodukte entwickelt. Die Gefahr von Devisenbeschränkungen von russischer Seite wird als gering eingeschätzt, da Russland die Bedeutung der internationalen Zahlungsströme für Investitionen in seinem Land erkennt. Trotz der Unternehmensgröße der Ekosem-Gruppe hat die Gruppe nur einen Marktanteil von gut 3% in der Rohmilchproduktion, da der Markt in Russland noch sehr fragmentiert ist.

Das Management rechnet für das Jahr 2019 mit einer Steigerung der Rohmilchmenge auf über 800.000 t und mit einem Umsatz von 380 bis 410 Mio. Euro.

Die Corona-Krise hat nach unserer Einschätzung geringe Auswirkungen auf die Betriebe von Ekosem-Agar. Die Milchkühe suchen die Melkanlagen ohnehin relativ selbstständig auf, wo wenig Personal benötigt wird. Der Verzehr der Milchprodukte dürfte auf mindestens unverändertem Niveau verbleiben.

Die aktuelle Public- und Investor-Relations-Arbeit der Ekosem-Agrar AG schätzen wir als vorbildlich ein. Unter dem Link https://www.ekosem-agrar.de/investor-relations/covid-19-aktuelle-informationen/ können sich Aktionäre und Anleihebesitzer fortlaufend informieren.

In ihrem KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer vom 04.07.2019 hatte die KFM Deutsche Mittelstand AG die 7,50%-Anleihe der Ekosem-Agrar AG (WKN A2YNR0) mit 3,5 von 5 möglichen Sternen bewertet. Diese Einschätzung hat weiterhin Bestand.