2. Insolvenzverfahren und deren Auswirkungen

Über den Grund der Insolvenz wird in der Presse wild spekuliert. Wir vermuten, dass bei der Umsetzung des Baugewerkes eine Finanzierungslücke entstanden ist, die von der GEWA 5 to 1 GmbH & Co. KG nicht gedeckt werden konnte. Der Generalunternehmer, die Baresel GmbH, hatte wohl auch deshalb die Bautätigkeit eingestellt. Der Treuhänder kann und darf Gelder nur nach Baufortschritt gemäß der Makler- und Bauträgerverordnung auszahlen. Wir vermuten, dass der Abverkauf der Wohnungen hinter dem Zeitplan zurückliegt und dass der Verkauf des Hotels einem anderen Zahlungsplan als bei den Wohnungen unterliegt. In vielen Fällen wird bei einem Verkauf von einem Hotel die Zahlung erst nach Abnahme und Übergabe des Hotels bezahlt. Sollte dies auch in diesem Fall so geschehen sein, ist eine Liquiditätslücke entstanden, die mit anderen Finanzierungsmitteln nicht mehr gedeckt werden konnte. Am Ende ist der Zustand der Finanzierungslücke eskaliert und die GEWA 5 to 1 GmbH & Co. KG musste die Insolvenz beantragen.

Das Insolvenzrecht gehört zum Zivilrecht. Bei eingetretener Zahlungsunfähigkeit, drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, können Schuldner oder Gläubiger das geordnete Insolvenzverfahren beantragen. Dieses führt im Unterschied zur ungeordneten Insolvenz gemäß Definition nicht zu einer wirtschaftlichen Zerschlagung eines Schuldners, sondern zur geordneten Abwicklung von Vermögenswerten und besseren Befriedigung der Gläubiger.

Ein geordnetes Insolvenzverfahren bietet zahlreiche Möglichkeiten, ein Unternehmen zu sanieren und dem Inhaber eine Zukunft zu gewährleisten. Durch das Insolvenzplanverfahren und Schutzschirmverfahren hat der Gesetzgeber für Unternehmen weitere effektive Instrumentarien für eine Sanierung eröffnet. Der GEWA-Tower kann über das geordnete Insolvenzverfahren ordnungsgemäß zu Ende gebaut werden. Grundsätzlich werden Verträge so fortgeführt, wie sie vor Insolvenzeröffnung abgeschlossen war.

Wichtig ist aber, dass die Anleihebesitzer im Rahmen des Gläubigerschutzes einen gemeinsamen Vertreter bestimmen, der die Interessen der Anleihebesitzer vertritt. Dies sollte eine erfahrene Anwaltskanzlei sein, die mit Erfahrung und Kompetenz im Kapitalmarkrecht und im Gläubigerschutz ausgestattet ist. Darüber hinaus sollte die Anwaltskanzlei unabhängig sein und in der Vergangenheit in keiner vertraglichen Beziehung zur GEWA 5 to 1 GmbH & Co. KG, der Baresel GmbH oder sonstigen Beteiligten der Emission stehen.

Die KFM Deutsche Mittelstand AG und das Fondsmanagement des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS werden sich von der Rechtsanwaltskanzlei MZS in Düsseldorf unterstützen lassen. Diese Anwaltskanzlei hat sich auf diese Disziplinen spezialisiert und gehört zu den besten Anwaltskanzleien in Deutschland.

FAZIT zum Antrag der geordneten Insolvenz

Der Antrag zur geordneten Insolvenz wurde für den Bauherrn, die GEWA 5 to 1 GmbH & Co. KG, notwendig. Das Verfahren bietet die Möglichkeit, das Bauprojekt fertigzustellen. Die Fertigstellung des Bauprojektes ist für die Anleihegläubiger von elementarer Bedeutung. Insbesondere die Überwachung des Bauträgers, der das Projekt zu Ende führt und der in der Zukunft stattfindende Zahlungsfluss müssen zeitnah beaufsichtigt werden. Hierzu ist die Einbindung eines Gläubigervertreters, der die Interessen der Anleihebesitzer wahrt, zwingend erforderlich.

Die Fertigstellung des Bauvorhabens ist für den Gesamterfolg des Projektes und damit auch für die Zinszahlungen und die Rückzahlung der Anleihe von größter wirtschaftlicher Bedeutung.