Was sich 2017 ändert und was bleibt. Eine Übersicht:

Zum Anfang des neuen Jahres hat es zahlreiche gesetzliche Änderungen gegeben, die das Portemonnaie beeinflussen: mehr Geld für Familien, Erhöhung der Freibeträge oder die Änderung des Garantiezinssatzes bei Lebensversicherungen. Versicherer sollen nur Versprechungen machen, die sie auch halten können. Ab Januar gilt für klassische Lebensversicherungen ein niedrigerer Garantiezins. Er sinkt von derzeit 1,25 auf 0,9 Prozent und ist der Zinssatz, den die Versicherer ihren Kunden maximal auf den Sparanteil zusagen dürfen. Der neue Garantiezins gilt laut Branchenverband GDV für alle Verträge, die ab dem 1. Januar 2017 abgeschlossen werden. Für Bestandskunden ändere sich nichts; sie erhalten die garantierten Leistungen ihres bestehenden Vertrages.

Die klassischen Altersvorsorgelösungen werfen nichts mehr ab. Daran dürfte sich so bald nichts ändern, denn die Zinsen in Deutschland und Europa verharren auf niedrigem Niveau oder sind sogar negativ. Hier ein Überblick über die Änderungen, die sich positiv auswirken:

Bemessungsgrenzen: Die neue bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 4.350 Euro (bisher 4.237,50). In der Rentenversicherung steigt die Grenze in den alten Bundesländern auf 6.350 Euro monatlich (6.200) und in den neuen Ländern auf 5.700 (5.400). Die Beitragsbemessungsgrenze bestimmt den Höchstbetrag, bis zu dem Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen bei der Berechnung des Rentenversicherungsbeitrags berücksichtigt wird. Für darüberhinausgehendes Einkommen müssen keine Beiträge gezahlt werden.

Krankenversicherung: Der Beitragssatz bleibt 2017 weitgehend unverändert bei durchschnittlich 15,7 Prozent. Denn der Zusatzbeitrag, den nur die Arbeitnehmer zahlen müssen, kann laut Schätzung bei 1,1 Prozent bleiben. Er kommt zum Beitrag von 14,6 Prozent hinzu, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen.

Kindergeld: Wie im vergangenen Jahr wird das Kindergeld auch 2017 um zwei Euro pro Kind monatlich erhöht. Für die ersten beiden Kinder beträgt es dann monatlich je 192 Euro, für das dritte Kind 198 Euro. Ab Kind Nummer vier gibt es jeweils 223 Euro. Zusätzlich zum Kindergeld bekommen Eltern, die wenig verdienen, einen Kindergeldzuschlag. Dieser wird Anfang 2017 um 10 Euro auf je 170 Euro pro Monat erhöht.

Grundfreibetrag: Wer wenig verdient, bleibt länger steuerfrei – der Grundfreibetrag steigt. Steuern zahlen muss künftig erst, wer ein Einkommen von mehr als 8.820 Euro im Jahr bezieht. Das sind 168 Euro mehr als im Jahr 2016. Für Ehe- und Lebenspartner, die eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, gilt der doppelte Betrag von 17.640 Euro, ab dem Beschäftigte steuerlich zur Kasse gebeten wird.

Kinderfreibetrag: Er erhöht sich um 108 Euro auf 4.716 Euro für verheiratete Eltern beziehungsweise eingetragene Lebenspartner mit Kind. Unverändert bleibt der Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf in Höhe von 2.640 Euro. Das ergibt insgesamt einen Freibetrag von 7.356 Euro pro Kind für 2017. Die Freibeträge erhalten Eltern grundsätzlich je zur Hälfte.

Rente: Mehr Geld, früherer Ausstieg: Von Mitte 2017 an gibt es eine Rentenerhöhung von bis zu zwei Prozent. Außerdem wird die Flexi-Rente eingeführt. Damit können Arbeitnehmer flexibler aus dem Berufsleben aussteigen. Künftig kann eine neu eingeführte Teilrente mit Teilzeitarbeit kombiniert werden. Das soll Anreiz bieten, länger zu arbeiten. Außerdem dürfen diejenigen, die mit 63 Jahren in Teilrente gehen, deutlich mehr hinzuverdienen. Bislang drohten drastische Kürzungen von bis zu zwei Dritteln, wenn mehr als 450 Euro im Monat hinzuverdient wurden. Ab Juli 2017 dürfen es jährlich 6.300 Euro zusätzlich zur Rente sein. Darüber liegende Verdienste werden noch zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Besteuerung: Nach Angaben des Steuerzahlerbundes erhöht sich 2017 der steuerpflichtige Rentenanteil von 72 auf 74 Prozent. Somit blieben nur noch 26 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Dieser Anteil gelte für im Jahr 2017 neu hinzukommende Rentnerjahrgänge. Bei Bestandsrenten bleibe der festgesetzte steuerfreie Rentenanteil bestehen.

Beiträge: Der Beitragssatz zur Rentenversicherung bleibt stabil, und zwar bei 18,7 Prozent. In der Pflegeversicherung steigt er auf 2,55 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent bei Kinderlosen. Der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung beträgt weiter 3,0 Prozent.

Telefonieren im Ausland: Ab Mitte Juni soll nach dem Willen der EU-Kommission das gebührenfreie Roaming ohne zeitliche Einschränkung kommen. Im EU-Ausland kann dann zu genau demselben Preis wie im Heimatland telefoniert werden.