Drei große Themen, die den deutschen Mittelstand nicht negativ beeinflussen müssen

Drei Themen stehen in dieser Woche im Fokus. Das Weltwirtschaftsforum in Davos, die Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsident und der „Brexit“, für den jetzt die Verhandlungen beginnen werden.

Weltwirtschaftsforum in Davos

Alljährlich im Januar treffen sich in dem kleinen Örtchen Davos in den Alpen an die 40 Staats- und Regierungschefs, zahllose Vorstände der wichtigsten Unternehmen aus Industrie und Finanzen und eine Vielzahl von Milliardären zum Weltwirtschaftsforum (WEF). Meist mit dem an sich lobenswerten Ziel der Diskussionen und Vorträge: Wie können wir die Welt verändern oder zumindest fairer und gerechter gestalten?

Viel Zählbares darf man nicht unbedingt erwarten.  Bemerkenswert ist jedoch zu beobachten, welche Themen die Teilnehmer des Forums dieser Tage umtreibt. War es vor fünf Jahren noch die Eurokrise und die beinahe Zahlungsunfähigkeit der USA durch die Budgetblockade im Kongress, sind heute weitaus größere Themen im Fokus: Wirtschaft, Umwelt, Sicherheit, Ungleichheit und Demographie.

Besonders die Sicherheit macht vielen Lenkern der Welt die größten Sorgen. Die globale Sicherheitslage ist in vielen Augen ein großes, immer ernster werdendes Sorgenkind, nicht zuletzt durch die nun ebenfalls anstehende Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsident.

Vereidung von Donald Trump als US-Präsident

An diesem Freitag wird Donald Trump nun zum Präsidenten der USA vereidigt und die große Mehrheit der Staatengemeinschaft betrachtet dies zumindest mit Skepsis, viele mit Argwohn und nicht wenige gar mit einer gewissen Angst, da selbst die Bevölkerung der USA und deren wirtschaftliche und politische Führungszirkel sich, vorsichtig ausgedrückt, unsicher sind, was sie von einem Präsidenten Trump zu erwarten haben. Ist er wirklich so unberechenbar?

Das Interview dieser Woche mit der „The Times“ und der Bild-Zeitung lässt zumindest ein wenig darauf schließen. Einen Vorgeschmack hat er darin schon gegeben. BMW hat er angedroht, wenn der Konzern das geplante Werk in Mexiko realisiert, nach USA importierte Fahrzeug mit 35% Strafzöllen zu belegen. Die transatlantischen Beziehungen zu Europa werden sich ändern. Europa wird mehr auf sich allein gestellt sein, auch in Sicherheitsfragen.

Ein Präsident Trump wird auf jeden Fall alle Beteiligten dazu bringen, das „immer weiter so wie bisher“ zu überdenken. Das könnte zum Umdenken auf vielen Gebieten anregen, was durchaus ein positiver Aspekt sein kann.

Ob der Weg zurück zum Protektionismus in einer schon zu weit globalisierten Welt der richtige sein kann auf Dauer, ist mehr als fraglich und hat in der Vergangenheit im Desaster geendet.

Austrittsverhandlungen der Briten aus der Europäischen Union

Daran schließt sich nahtlos das dritte große Thema für diese Woche an. Der anstehende Beginn über die Austrittsverhandlungen der Briten mit der EU. Wie zu vernehmen ist, befürwortet die britische Premierministerin May den harten „Brexit“ mit dem Austritt aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion. Dies ist auch zu begrüßen, denn würde man Großbritannien das Rosinenpicken erlauben, würden schnell andere Länder mit ähnlichen Forderungen in Brüssel anklopfen.

Für deutsche Exporteure, die ihre Waren hauptsächlich auf den britischen Inseln verkaufen, wird es schwieriger; nicht nur wegen etwaiger Zölle, sondern auch wegen dem sich abschwächenden britischen Pfund, dessen Kurs sich diese Woche bereits deutlich südwärts bewegt hat. Auf der anderen Seite bleibt die Frage, wie die britische Wirtschaft die sich verteuernden Importe dauerhaft kompensieren kann.

Drei große Themen bewegen die Welt – für den flexiblen deutschen Mittelstand kein Problem!

Was bedeutet die Großwetterlage jetzt zum Beispiel für mittelständische Unternehmen aus Deutschland und die Auswirkungen auf deren Aktien und Anleihen? Genau genommen: NICHTS! In erster Linie betrifft diese Umstände Großunternehmen. Denn viele der über die Kapitalmärkte finanzierten mittelständischen Unternehmen arbeiten sehr erfolgreich in der Nische und nicht selten dort als Weltmarktführer. Auch zum Beispiel die großen Autobauer aus Detroit beziehen einen großen Teil ihrer Komponenten von eben diesen Herstellern, die nicht so ohne weiteres zu ersetzen sind. Und als eben Weltmarktführer in ihrem Gebiet verfügen sie darüber hinaus über globale Absatzmärkte. Werden auf diese Zuliefererkomponenten nun Zölle erhoben, verteuern sich schlichtweg die Fahrzeuge der amerikanischen Autoproduzenten auch für die amerikanischen Käufer.

Dass es zu einem weltweiten Protektionismus kommt, ist aus heutiger Sicht nicht zu erwarten und auch nicht realistisch. Das werden sich alle beteiligten Kräfte schneller wieder vor Augen führen müssen, als sie sich das heute aus populistischer Sicht vorstellen können. Insofern bleiben die Aussichten für die mittelständische Industrie aus deutschen Landen eher positiv und nicht jede Veränderung sollte per se immer nur als Bedrohung gesehen werden, sondern eben auch als Chance. Veränderung ist und bleibt der Treiber für Erfolg und Weiterentwicklung. Gerade für mittelständische Unternehmen mit ihrer enormen Flexibilität ist Veränderung sehr oft Tagesgeschäft.