Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS und das Analyseverfahren KFM-Scoring als mögliche Brücke zwischen regulierten Versicherungsinstituten und dem deutschen Mittelstand

In Gesprächen mit institutionellen Investoren zeigt sich immer häufiger, dass die Anforderungen an die Transparenz von Fonds stetig zunehmen. Hintergrund sind diverse regulatorische Veränderungen, insbesondere die Vorschriften nach Solvency 2. Diese zwingen die Versicherungsunternehmen dazu, die verschiedenen Risiken aus der Kapitalanlage in einen Fonds detaillierter zu bewerten.

Herr Jenkner, in vielen Pressemitteilungen wird immer wieder von der zunehmenden Regulierung der Versicherungswirtschaft insbesondere durch Solvency 2 gesprochen. Können Sie unseren Lesern kurz erläutern, was Solvency 2 ist?

Solvency 2 ist ein umfassendes Regelwerk, welches die Anforderungen an alle Versicherungsunternehmen in der Europäischen Union harmonisiert. Die Richtlinie ist seit dem Januar 2016 in Kraft und wird in den folgenden 16 Jahren systematisch eingeführt.

Die Vorschriften nach Solvency 2 lassen sich in drei Säulen bzw. Kategorien unterscheiden: 1. Quantitative Anforderungen an das vorhandene Eigenkapital, 2. Qualitative Anforderungen an das interne Risikomanagementsystem, 3. Neuregelung der Berichterstattungspflichten.

Insbesondere die 1. Säule des Regelwerkes rückt in unseren Gesprächen mit institutionellen Investoren in den Mittelpunkt. Versicherer sind im Rahmen der Säule 1 verpflichtet, nicht nur Risiken aus ihrem eigenen Versicherungsgeschäft, bspw. die Wahrscheinlichkeit einer Flut oder Unwetterkatastrophe, sondern auch Risiken aus ihren Kapitalanlagen zu bewerten. Letzteres stellt zwangsläufig auch viele Fonds, in welche die Versicherer ihr Geld angelegt haben, vor neue Herausforderungen.

Fonds unterliegen nicht den Vorschriften aus Solvency 2. Worin sehen sie die besonderen Herausforderungen für die Fondsgesellschaften?

Die Fondsgesellschaften bzw. die Kapitalverwahrstellen der Fonds müssen den Versicherern ein umfangreiches Daten-Set zu jeder Investmentposition zur Verfügung stellen. Die Versicherer ermitteln dann auf dieser Basis das mit dem Fonds verbundene Risiko.

Je höher das bewertete Risiko ist, desto mehr aufsichtsrechtliche Eigenmittel muss der Versicherer für dieses Risiko zurückstellen. Vereinfacht bedeutet dies: je höher das Risiko, desto teurer wird der Fonds für einen Versicherer.

Für den Fonds impliziert dies, dass je teurer (da riskanter) er für den Versicherer ist, desto mehr Rendite muss der Fonds für den Versicherer erwirtschaften, um weiterhin attraktiv zu sein. Es zeigen sich also durchaus Anforderungen an die Transparenz der Fonds und ggf. auch ein erhöhter Renditedruck, was insbesondere in der aktuellen Niedrigzinsphase problematisch ist.

Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS zeigt mit seiner Ausschüttungs-Rendite von über 4% p.a. in den vergangenen drei Jahren seit Fondsauflage, dass er auch für Versicherer eine attraktive Kapitalanlage darstellt.

Eine Möglichkeit der Risikobewertung nach Solvency 2, der sogenannte Standardansatz, sieht eine sehr starke Orientierung an Ratingsergebnissen vor. Die einzelnen mittelständischen Unternehmen im Portfolio des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS besitzen oft kein Rating. Wird die Regulierung der Versicherer ihre Investmentausrichtung daher mehr zu gerateten Unternehmen verschieben?

Das kann ich klar mit „Nein“ beantworten. Maßgeblich für unsere Anlageempfehlung bleibt das Ergebnis aus dem Analyse-Verfahren KFM-Scoring. Aber sie haben recht, viele kapitalmarktorientierte Mittelständler und deren Anleihen sind durch die Brille der Solvency 2 – Vorschriften betrachtet tendenziell weniger attraktiv.

Das klingt nach einem eher negativen Ausblick für die kapitalmarktorientierten Mittelständler, aber sie wirken nicht unbedingt nervös. Was verschafft ihnen diese Ruhe?

In der Zusammenarbeit mit unseren institutionellen Investoren zeigt sich, dass das KFM-Scoring nicht nur ein sehr gutes Analyseverfahren zur Identifikation und Bewertung guter mittelständischer Unternehmen ist, sondern einen ganz wesentlichen Vorteil für die deutschen Versicherer bietet. Mit Hilfe der Daten-Pools für das KFM-Scoring können wir ohne weitere Problem alle für die Versicherer relevanten Informationen bereitstellen.

Zusätzlich liefern wir mit dem Analysebericht des KFM-Scoring eine fundierte Einschätzung, welche eine Bewertung der einzelnen Investments für den Versicherer bei Verwendung eines internen Ratingansatzes vereinfacht. Ergänzt wird dies um einen Bericht zur statistischen Ausfallwahrscheinlichkeit, welcher mit Hilfe des Analyse-Tools Moody`s RiskCalc erstellt ist.

Wir sehen in der Regulierung also keine Gefahr, sondern eine Chance für uns, kapitalmarktorientierte Mittelständler und regulierte Versicherer über den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS als Bindeglied zusammenzubringen.