Die Einführung des Investmentsteuerreformgesetzes (InvStRefG) - Wissenswertes für Anleger

Wichtiger Hinweis: Die nachfolgenden Informationen sollen Ihnen einen Überblick über die anstehenden steuerlichen Änderungen geben. Sie dienen dem allgemeinen Informationszweck und stellen keine steuerliche Beratung dar. Sie ersetzen auch keine individuelle steuerliche Beratung. Alle angebotenen Informationen verstehen sich ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

Am 01. Januar 2018 tritt das im Juli 2016 verabschiedete Investmentsteuerreformgesetz (InvStRefG) in Kraft,welches die Finanzminister der Länder nach jahrelanger Diskussion erarbeitet haben.Dieses Gesetz regelt die Besteuerung der Erträge aus Investmentfonds und betrifft insbesondere Aktienfonds, Mischfonds und offene Immobilienfonds. Hierbei werden ausschüttende, teilausschüttende und nicht-ausschüttende / thesaurierende Fonds unterschieden.

Investmentsteuerreform – Wissenswertes für Anleger

Für Anleger, die ihr Geld in Indexfonds (ETFs) oder Fonds anlegen, ändern sich ein paar Dinge in der Besteuerung ihrer Anlagen:

  • Der steuerliche Umgang mit Fonds und ETFs, die Dividenden wieder anlegen, wird deutlich vereinfacht. Denn alle Fonds werden pauschal nach einer einheitlichen Systematik versteuert;
  • Der so genannte Bestandsschutz fällt weg: Das heißt Anleger, die vor 2009 Fonds gekauft haben und seitdem in ihrem Portfolio halten, müssen ab 2018 mit einer Steuer rechnen. Anleger profitieren hier jedoch von einem Freibetrag in Höhe von 100.000,00 Euro. Bei einem zukünftigen Verkauf dürften die Gewinne aus Altanlagen daher für die allermeisten Privatanleger steuerfrei bleiben;
  • Bei der Besteuerung von Riester- oder Rürupverträgen hingegen ändert sich in der Besteuerung nichts. Anleger, die sich für eine Anlage in eine fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung entscheiden, profitieren davon, dass Steuern auf Dividenden und Zinsen während der Ansparphase steuerfrei sind.

Die Investmentsteuerreform bringt Vereinfachungen für Anleger, Depotbanken und Finanzämter

Die Einführung der Investmentsteuerreform soll sowohl den Anlegern und Banken als auch dem Fiskus Erleichterung in vielerlei Hinsicht bringen. Depotbanken und die Finanzverwaltung bekommen mit Inkrafttreten des Gesetzes ab 2018 nur noch vier anstatt der zuvor 33 Rechengrößen übermittelt, um die Höhe der Abgeltungssteuer zu bestimmen. Aufwand und Zeit werden auf diesem Wege minimiert.

Anleger haben weniger Arbeit, denn die Steuer auf Investmentfonds wird künftig von der Depotbank berechnet und direkt einbehalten. Dies gilt auch für im Ausland aufgelegte, thesaurierende Fonds, solange diese von einer inländischen Depotbank geführt werden.

Bei thesaurierenden und teilausschüttenden Fonds werden zukünftig Vorabpauschalen erhoben

Im Investmentsteuerreformgesetz ist zukünftig auch eine Besteuerung bei nicht- und teilweise ausschüttenden Fonds vorgesehen. Hierfür wird eine Vorabpauschale nach einem vorgegebenen Berechnungsmuster erhoben und durch die Depotbank an den Fiskus abgeführt. Wirtschaftlich betrachtet ist die Vorabpauschale eine Art Vorausbesteuerung der zukünftigen Wertsteigerung, welche durch den Anleger bei Veräußerung der Fondsanteile realisiert wird.

Zusammengefasst: Alle Änderungen für Anleger auf einem Blick

Für Anleger wirken die neuen Besteuerungsregeln an zwei wesentlichen Stellen: dem Besteuerungszeitpunkt und dem Besteuerungsort. Eine direkte Mehrbelastung der Anleger soll aus den Veränderungen nicht resultieren.

Der Besteuerungszeitpunkt ändert sich durch die beschriebenen Vorabpauschalen bei nicht-ausschüttenden und teilausschüttenden Fonds. Die Besteuerung erfolgt teilweise vor dem Zeitpunkt der Anteilsveräußerung durch den Anleger.

Alle Investmentfonds mit Erträgen aus Mieten, Dividenden und Immobilienverkäufen unterliegen zukünftig einer pauschalen Besteuerung. Ab 2018 werden diese Erträge bei Fonds mit Depotführung in Deutschland direkt mit 15% beim Fonds besteuert. Hierdurch ergibt sich eine Erweiterung des Besteuerungsortes, weg von der alleinigen Besteuerung beim Anleger hin zu einer Besteuerung beim Fonds und dem Anleger. Als Ausgleich für diese Vorbelastung der Erträge werden den Anlegern unterschiedliche Teilfreistellungen gewährt. Diese belaufen sich bei Mischfonds auf 15%, bei Aktienfonds auf 30% und bei offenen Immobilienfonds auf 60% bzw. 80% der Ausschüttungssumme.

Alle nicht befreiten Erträge werden, unter Beachtung der bereits abgeführten Vorabpauschalen, mit dem Abgeltungssteuersatz inklusive Solidaritätszuschlag von 26,375% versteuert. Teilweise kommt noch die Kirchensteuer hinzu. Die Steuer wird von der Depotbank direkt an den Fiskus abgeführt. Hier jedoch greift für Anleger ein Freibetrag in Höhe von 801,00 EUR, den Anleger über einen Freistellungsauftrag einrichten und nutzen können. Bei Verheirateten verdoppelt sich dieser Betrag auf 1.602,00 EUR jährlich. Insgesamt soll die Veränderung der Besteuerung zu keiner Mehrbelastung der Anleger führen, sondern lediglich die beschriebenen Vereinfachungen bezwecken und eine effizientere Besteuerung ermöglichen.

Was ändert sich für die Anleger des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS?

Für die Anleger des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS ändert sich nichts! Sie als Privatanleger erhalten weiterhin eine attraktive Rendite ausgeschüttet. Denn die Einführung des Investmentsteuerreformgesetzes fokussiert Aktienfonds, Mischfonds und offene Immobilienfonds mit inländischen depotführenden Stellen. Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS als offener Rentenfonds mit der depotführenden Stelle in Luxemburg investiert ausschließlich in Unternehmensanleihen mittelständischer Unternehmen. Die in den vorausgehenden Abschnitten für Sie beschriebenen Änderungen mit Vorabpauschalen, 15%-Besteuerung und Teilfreistellungen finden demnach in der aktuellen Fassung des Gesetzes keine Anwendung auf den Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS und seine Ausschüttung.