Die Europäische Zentralbank (EZB), seit Juni 2016 ein wichtiger Käufer europäischer Unternehmensanleihen, zieht sich schrittweise aus dem Markt zurück

Am 26. Oktober 2017 tagte der Rat der Europäischen Zentralbank und beriet über den wohl am meisten beachteten Agendapunkt – die Zukunft des Anleihekauf-Programms (APP – Asset Purchase Programme). Im Rahmen des Programms wurde ab März 2015 begonnen, Staatsanleihen zu erwerben. Durch die Erweiterung des APP zum Juni 2016 wurde es der EZB zusätzlich ermöglicht, Unternehmensanleihen ausgewählter europäischer Emittenten zu kaufen. Es dürfen nur Papiere von Emissionen mit Investmentgrade-Rating, einer Laufzeit von maximal 70 Jahren und von Emittenten des Nicht-Bankensektors sowie einem Geschäftssitz in der Eurozone gekauft werden. Die Anleihen können am Primär- und Sekundärmarkt beschafft werden.

Der Bestand aus dem Anleihekauf-Programm umfasst Anfang November 2017 etwa 2,2 Bill. Euro, mit einem klaren Fokus auf Staatsanleihen (1,8 Bill. Euro)

Das Anleihekauf-Programm erlaubt der EZB seit 2015, pro Monat Anleihen im Wert von 60,0 Mrd. Euro, zwischenzeitlich sogar bis zu 80,0 Mrd. Euro (März 2016 bis März 2017), zu erwerben. Die monatlichen Käufe sind jedoch zum überwiegenden Teil nicht auf Unternehmensanleihen, sondern auf Staatsanleihen ausgerichtet (siehe hierzu Abbildung 1). Etwa 82,5% des Bestandes der EZB bestehen aus Staatspapieren und nur 5,5% stellen Anleihen von Unternehmen dar (Stand 03. November 2017).

Zum 03. November 2017 hatte die EZB Unternehmensanleihen im Wert von 122,3 Mrd. Euro im eigenen Bestand. Dies entspricht ca. 11% des möglichen Anleiheuniversums für Käufe im Rahmen des Programms. Der Anleihebestand verteilt sich zu etwa 52,0% auf BBB, zu etwa 37,0% auf A und zu etwa 11,0% auf AA geratete Emissionen (siehe hierzu Abbildung 1).

Die Verminderung der monatlichen Anleihekäufe auf 30,0 Mrd. Euro ab Januar 2018 ist beschlossen

Mit dem Beschluss des EZB-Rates vom 26. Oktober 2017 steht fest, dass die Anleihekäufe ab dem Jahresbeginn 2018 auf 30,0 Mrd. Euro pro Monat reduziert werden. Reinvestitionen von Geldern aus fällig werdenden Anleihen sind weiterhin in vollem Umfang möglich. Die Reaktionen auf den Entscheid sind sehr unterschiedlich. Der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, erklärt: „Der richtige Beschluss zur richtigen Zeit“. Friedrich Zimmermann vom ZEW-Institut meint dagegen: „Die EZB kauft zu viel und zu lange“.

Fakt ist, die Europäische Zentralbank hat kein Ende der Anleihekäufe beschlossen, sondern vorerst eine weitere Verlängerung bis September 2018 entschieden. Wie die Verfahrensweise nach diesem Stichtag aussehen wird, halten die Notenbanker offen. Mehrere Kapitalmarktexperten sehen in der Reduktion des Kaufvolumens jedoch ein Signal für die endgültige Abkehr der Zentralbank von der lockeren Geldpolitik und sehen in der Reduktion auch einen Vorboten für ein Ende der Nullzins-Politik der EZB.

Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS ist auf eine Änderung des Zinsumfeldes mit einer niedrigen Modified Duration gut vorbereitet

Die Reduktion der Nachfrage der EZB wird nach unserer Ansicht mit zeitlicher Verzögerung zu einer Erhöhung der Renditen für emittierte Staats- und Unternehmensanleihen im Investmentgrade führen. Auch die Kupons von Neuemissionen sollten sich dieser Trendbewegung anpassen. Um stets optimal auf die möglichen Veränderungen des Marktrenditeniveaus vorbereitet zu sein, investiert der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS nur in Anleihen, die ein positives Ergebnis im eigens entwickelten Analyseverfahren KFM-Scoring erzielen und zusätzlich ein gutes Rendite-Laufzeiten-Profil aufweisen. Aus dieser Strategie ergibt sich ein sehr gutes Verhältnis von niedriger Modified Duration bei gleichzeitig hoher durchschnittlicher Rendite des Portfolios.

Mehr zur aktuellen Entwicklung des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS, sowie der Modified Duration erfahren Sie von Vorstand Gerhard Mayer in der Rubrik FONDS TRANSPARENT.