Renditekönige aus dem Mittelstand – Weit mehr als vermutet sind Unternehmensanleihen des deutschen Mittelstandes eine attraktive Anlagealternative. Eine Bilanz zur Entwicklung dieser Anlageklasse.

Unternehmensanleihen des Mittelstandes - erst gefeiert….

Als im Jahr 2010 mit der 7,25% Dürr-Anleihe das neue Marktsegment „Mittelstandsanleihen“ an der Börse Stuttgart „BONDM“ eingeführt wurde, war sich die Mehrheit von Journalisten und Analysten einig: Endlich konnten viele private Anleger und auch institutionelle Investoren von den Erfolgen mittelständischer Unternehmen über ein Investment in Anleihen profitieren. In der Folgezeit nahmen auch die anderen Börsenplätze in Frankfurt, Düsseldorf und München sich diesem Marktsegment an. Bis zum November 2013 sahen viele Marktakteure in diesem Segment eine Zukunft. Emissionsbegleitende Banken, Marketingagenturen, Juristen, Ratingagenturen und Unternehmensberater waren positiv eingestellt. Eine Analyse von Standard & Poor‘s im Herbst 2013 verdeutlichte den Marktakteuren, wie wichtig der Kapitalmarkt für mittelständische Unternehmen ist, weil bis Ende 2018 durch die BASEL III – Bedingungen Unternehmen bei den Banken nicht mehr in dem Umfang finanziert werden können wie zuvor. Das Anschlussfinanzierungsvolumen, das über den Kapitalmarkt mit Anleihen oder Aktien finanziert werden muss, wurde in dem Bericht mit 3,5 Billionen Euro für ganz Europa beziffert. Am stärksten wird von dieser Entwicklung der deutsche Mittelstand betroffen.

…. und dann „gefeuert“? Übertreibungen sind unangemessen!

Doch im Verlauf der Jahre wendete sich das Blatt. Nach zahlreichen Pleiten, Pech und Pannen und zum Teil spektakulären Ausfällen wuchs der Zweifel; die Unsicherheiten nahmen zu und glaubt man der aktuellen Nachrichtenlage, dann steht der Untergang unmittelbar bevor.

Mittlerweile beschäftigt sich auch die Politik mit den „Problemen der Mittelstandsanleihen“. Im Oktober hatten die Grünen eine Anfrage an den Bundestag gestellt. Sie fordern neue Regeln, um Anleger besser zu schützen. In der Anfrage wird Bezug genommen zu zahlreichen Presseartikeln, die über die Ausfälle und Ratingabstufungen in den letzten 12 Monaten berichteten.

Die Ausfälle der letzten Jahre summieren nach Analysen des BONDGUIDE auf 1,64 Mrd. Euro und verteilen sich auf 30 Emittenten. Leider wird in der Anfrage der Grünen nur ein Teilausschnitt der Unternehmensanleihen des Mittelstandes betrachtet und so entsteht in der Öffentlichkeit der Eindruck von überproportionalen Ausfallraten.

Zu Beginn dieses Marktsegmentes in 2010 lag die Übertreibung zu Gunsten des Marktsegmentes. Aktuell findet die Übertreibung nicht nur zu Lasten der Unternehmensanleihen des Mittelstandes statt. Die überzogene und bisweilen undifferenzierte Berichterstattung hinterlässt den Eindruck, dass jegliche Investments in mittelständische Finanzierungsinstrumente zu meiden sind.

Viele Unternehmensanleihen des Mittelstandes sind besser als berichtet.

Das gesamte Marktvolumen der Unternehmensanleihen in Deutschland beläuft sich auf derzeit rund 138 Milliarden Euro (Quelle: Deutsche Bundesbank). Das Emissionsvolumen klassischer KMU-Anleihen beträgt aktuell etwa 10 Milliarden Euro (Quelle: bondguide.de). Zinssätze in Höhe von 1,60% p.a. bis 11,25% p.a. sind nicht immer gleichzusetzen mit einem erhöhten Risiko. Unbekannte Unternehmen, die sich am Anleihenmarkt finanzieren, müssen die Markteintrittsbarriere mit einem höheren Zinssatz bezahlen. Wenn die Unternehmen in der Folgezeit die „Kapitalmarktreifeprüfung“ bestanden haben und auch die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse die Planungen erfüllen haben sie die Möglichkeit, den Zinssatz nach unten zu korrigieren. Hierzu gab es in der Vergangenheit zahlreiche Beispiele. Die Dürr AG muss für die Folgeanleihe nur noch 2,875% p.a. nach zuvor 7,25% p.a. zahlen. GrandCity Property konnte den Zinssatz von 6,5% p.a. auf 2,00% p.a. senken. Und bei der aktuellen neuen Hörmann-Anleihe wird künftig ein Zins von 4,5% p.a. anstatt zuvor 6,25% p.a. bezahlt.

Umgekehrt darf nicht angenommen werden, dass ein niedriger Zinssatz eine gute Bonität und Qualität der Emission zum Ausdruck bringt. Erfahrungen aus der Vergangenheit belegen, dass auch vermeintlich gute Emissionen sich in der Folgezeit als schlechte Investments oder Ausfälle entpuppten.

Gerade deshalb ist es so wichtig, Investments sehr sorgfältig zu prüfen und in der Folgezeit fortlaufend zu überwachen. Hierzu nutzt der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS das KFM-Scoring. Neben den klassischen KMU-Anleihen werden auch die Anleihen von Familien- und inhabergeführten Unternehmen, insgesamt rund 800 Anleihen, von uns fortlaufend beobachtet. Wir stellen fest, dass die Mehrzahl der mittelständischen Unternehmen verantwortungsvoll und sorgfältig mit dem Geld der Anleger umgeht. Sie wirtschaften hochprofitabel, können nachhaltig die Zinsen bezahlen und die Anleihen am Ende der Laufzeit auch zurückbezahlen. Sie sind die Renditekönige des Mittelstandes und sollten für diese Erfolge und die Zuverlässigkeit gewürdigt werden.

In der Rubrik FONDS TRANSPARENT erläutert Gerhard Mayer die erfolgreiche Entwicklung des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS. Einmal mehr können wir bestätigen, dass Unternehmensanleihen nicht nur ein alternatives Finanzierungsinstrument für Unternehmen sind, sondern auch eine attraktive Anlage für Kapitalanleger.