Zins ist nicht gleich Rendite!

Die alte Börsenweisheit „Im Einkauf liegt der Gewinn“ gilt auch für Anleihen. Denn der Kaufkurs hat eine entscheidende Bedeutung für die zu erwartende Rendite.

Für viele Anleger ist der Zinskupon das Haupt-Argument für den Kauf einer Anleihe. Dabei wird zu oft außer Acht gelassen, dass der Zinskupon nicht mit der zu erzielenden Rendite verwechselt werden darf.

Denn nicht nur der Zinskupon oder die Rückzahlungsmodalitäten haben Einfluss auf die Renditechancen, auch der Kaufkurs ist hierbei von elementarer Bedeutung.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Renditechancen von drei Faktoren abhängen:

1.       Kaufkurs

2.       Zinskupon

3.       Rückzahlungsmodalitäten (wie vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten, Rückzahlungskurs)

Ein Beispiel für die mögliche Outperformance durch die Entwicklung des Anleihekurses

Ein Beispiel veranschaulicht, wie der Kaufkurs die Rendite beeinflusst und wie wichtig für die Performance ein aktives Fondsmanagement ist:

Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS hatte im Juli 2017 die 5,125%-Anleihe der Hapag-Lloyd AG im Rahmen der Emission zum Emissionskurs von 100% des Nennwerts gekauft und Anfang August zu Kursen von 102,20% und 102,58% aufgestockt.

Ende November 2017 verkaufte der Fonds seinen Bestand in zwei Transaktionen zu Kursen von 104,34% und 104,50% wieder und verbuchte so eine Gesamt-Rendite, die deutlich über dem Zinskupon lag:

Somit verbuchte der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS bei dieser Anleihe neben den Zinseinnahmen in Höhe von 14.834,02 Euro auch einen Kursgewinn von 28.837,04 Euro.

Das erhöht den hochgerechneten durchschnittlichen Jahresgewinn des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS für diese Anleihe deutlich über den Zinskupon von 5,125% - auf 13,70% p.a.!

Ein Beispiel für die mögliche Negativrendite durch die Entwicklung des Anleihekurses

Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS hat die 8,00%-Anleihe der Heidelberger Druckmaschinen AG Anfang November zu Kursen über 108% verkauft, nachdem die vorzeitige Rückzahlung der Anleihe ab 15.05.2018 zu 104% des Nennwerts immer wahrscheinlicher wurde. Neben den während der Haltezeit erhaltenen Zinsen hat der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS mit der 8,00%-Anleihe auch einen Kursgewinn verbuchen können, so dass die für die Anleger erzielte Jahresrendite deutlich über dem Zinskupon von 8,00% p.a. lag.

Am 01.11.2017 notierte die Anleihe bei 108,40%. Für das Rechenbeispiel wird ein Kauf von nominal 100.000 Euro der Anleihe an diesem Datum unterstellt.

Obwohl die Anleihe während der Haltezeit bis zur erwarteten vorzeitigen Rückzahlung am 15.05.2018 eine Verzinsung von sehr attraktiven 8,00% p.a. bietet, erzielt einen Anleger, der die Anleihe am 01.11.2017 zum Kurs von 108,40% gekauft hat, bei der erwarteten vorzeitigen Rückzahlung eine negative Rendite, da die vereinnahmten Zinsen den Kursverlust nicht ausgleichen können. Somit ergibt sich statt einer Rendite von 8,00% p.a. schlussendlich ein hochgerechneter durchschnittlicher „Jahresgewinn“ von MINUS 0,15% p.a.

Augen auf beim Anleihekauf!

Die beiden Beispiele zeigen, wie wichtig es für Investoren ist, beim Kauf von Anleihen neben dem Zinskupon und den Rückzahlungsmodalitäten auf den Kaufkurs zu achten. Denn er entscheidet mit, welche Rendite unter dem Strich erzielt werden kann. Im Rahmen der Wertpapier-Analyse im KFM-Scoring werden diese Kriterien deshalb täglich überwacht, um dem Fondsmanagement rasch Handlungsempfehlungen zu geben.

Wie erfolgreich der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS die ihm von den Anlegern anvertrauten Gelder anhand der Empfehlungen des KFM-Scoring anlegt, zeigt Ihnen Vorstand Gerhard Mayer in seiner Rubrik FONDS TRANSPARENT.