Zinserhöhung in Amerika! Kommt jetzt die Inflation zurück und wird alles teurer? Warum erhöht die US-Notenbank die Zinsen und welche Auswirkungen bringen sie?

Janet Yellen hat den lang erwarteten Zinsschritt vollzogen. Wenn auch - wie im letzten Jahr - nur einen Minischritt! Interessant ist, dass Frau Yellen für das kommende Jahr weitere moderate Zinsschritte plant.

Zinserhöhung nach verbesserten Beschäftigungszahlen, mögliche Preissteigerungen…

Nachdem die konjunkturelle Lage in Amerika sich weiter verbessert hatte, konnte die mächtigste Frau des Geldes das niedrige Zinsniveau nicht mehr rechtfertigen. Im dritten Quartal wuchs die Wirtschaftsleistung so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Indikatoren für die Stimmung bei Konsumenten und Unternehmen lassen eine weiter starke Konjunktur erwarten. Die Arbeitslosenrate sank im November auf ein Neun-Monats-Tief von 4,6%. Dies könnte Lohnsteigerungen und höhere Inflationsraten zur Folge haben. Die liegt derzeit bei 1,9%.

… und Donald Trump will das US-Wirtschaftswachstum beleben.

Die angekündigten Maßnahmen von Donald Trump sollen die amerikanische Volkswirtschaft weiter wachsen lassen. So sollen die seit langem überfälligen Investitionen in baufällige Brücken, beschädigte Straßen, marode Eisenbahnnetze und überalterte Energienetze endlich umgesetzt werden. Dies wäre bei den zahlreichen Projekten ein Beschäftigungsprogramm, das über seine Amtszeit hinausgeht. Zusätzlich will der künftige US-Präsident die Steuern senken. Damit erhofft er sich eine weitere Belebung des US-Wirtschaftswachstums und der Binnennachfrage.

Investitionen und Steuersenkungen müssen finanziert werden…

Investitionen müssen finanziert werden, kosten Geld und Steuersenkungen führen zunächst zur Reduzierung der Steuereinnahmen des Staates. Die Verschuldung der US-Regierung von aktuell 19,88 Billionen US-Dollar (hier sind die Schulden der Bundesstaaten und der Städte noch nicht erhalten) dürfte angesichts der Pläne von Donald Trump noch weiter zunehmen und möglicherweise an Fahrt aufnehmen. Mit einer Verteuerung der Zinsen werden aber auch die Zinsausgaben für die US-Regierung steigen. Zum Glück wurde ja die Schuldenobergrenze ersatzlos gestrichen. Sonst wäre das Ende der Fahnenstange schon längst erreicht.

… mit attraktiveren Zinsen, die aber nur in kleinen Schritten erhöht werden.

Die US-Notenbankchefin berücksichtigt die geplanten Trump-Maßnahmen in ihren Planungen für das kommende Jahr. Die US-Zentralbankerin plant drei weitere Zinsschritte in 2017. Die Zinsen werden voraussichtlich nur in kleinen Sätzen erhöht. Die Gefahr, dass die Zinslast den Staat, Unternehmen und private Haushalte erdrückt, ist angesichts der enormen Verschuldung von Amerika zu groß. Und ganz nebenbei muss auch noch das monatliche US-Haushaltsdefizit von rund 40 Mrd. US-Dollar finanziert werden. Zur Finanzierung der Defizite benötigen die USA große Kapitalzuflüsse aus dem Ausland. Die wiederum lassen sich leichter mobilisieren, wenn der Zinssatz in den USA attraktiver ist als in der EU oder in anderen entwickelten Volkswirtschaften.

Zinsen in Europa bleiben niedrig, Euro wird billiger und eröffnet Exportchancen…

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält an der Null- bzw. Negativzinspolitik fest. Denn in der Euro-Zone ist die Lage anders als in den USA: Die Inflationsrate liegt niedrig, gleichzeitig wächst die Wirtschaftsleistung kaum und die Arbeitslosenrate verharrt auf hohem Niveau. Die EZB hält daher das Zinsniveau niedrig, um die Konjunktur zu stützen. Deutsche Sparer dürfen daher nicht damit rechnen, dass die Zinsen auf ihre in Euro angelegten Spareinlagen bei den deutschen Banken steigen werden. Für Unternehmen, Immobilieninvestoren und Autokäufer bleiben die Zinsen für Kredite niedrig. Die Zinstendenz zeigt allerdings nach oben. Denn ganz von den USA abkoppeln kann sich die Euro-Zone nicht. Zudem rückt mit der konjunkturellen Belebung in Europa auch hier die Zinswende näher. Dies dürfte aber nach augenblicklicher Lage erst ab 2018 der Fall sein und auch dann nur in den Minischritten, wie wir sie gerade in Amerika erleben.

… von denen auch mittelständische Unternehmen und die Anleger des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS profitieren.

Steigende Zinsen in den USA erhöhen den Dollarpreis und machen den Euro billiger. Im Mai musste man noch 1,15 Dollar für einen Euro bezahlen, derzeit nur noch rund 1,04 Dollar. Die Tendenz ist weiter nach unten gerichtet. Das macht für deutsche Konsumenten Einkäufe in den USA und Reisen in die Vereinigten Staaten teurer. Am deutlichsten spüren wir die Preissteigerung beim Tanken, da die Ölimporte hauptsächlich in US-Dollar abgerechnet werden. Die deutsche Exportwirtschaft wiederum profitiert. US-Unternehmen und Verbraucher als auch andere Länder in der Welt, bei denen der Dollar als Abrechungseinheit verwendet wird, kaufen Investitionsgüter und Waren „Made in Germany“. Ein schwächerer Euro macht deutsche Waren und Dienstleistungen für Käufer aus dem Dollarraum tendenziell billiger und erhöht damit die Nachfrage. Die Folgen sind unter anderem: Gewinnung weitere Marktanteile, Verbesserung der Auftragslage und Aufbau weiterer Arbeitsplätze. Wie bereits die Vergangenheit zeigte, werden insbesondere mittelständische Unternehmen, die international Ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten, von dieser Entwicklung profitieren.

Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS ist in mittelständische Unternehmen investiert, die entweder von einem steigenden Dollarkurs nicht betroffen sind oder aber von dem preiswerteren Euro profitieren werden.

In der Rubrik FONDS TRANSPARENT berichtet mein Kollege Gerhard Mayer, wie der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS mögliche Zinserhöhungen in der Eurozone schon berücksichtigt hat. Der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS bleibt nach unserer Einschätzung der aktuellen Lage auch in Zukunft eine attraktive Anlage für Kapitalanleger.